Interview mit Hotte Schroeder

Zeitung und Schule

Hotte - der Graf mit Musik und Herz aus Wanne-Eickel

Horst Schröder zu Gast in der Astrid-Lindgren-Schule

Die Klasse 9 der Astrid-Lindgren-Schule hat Horst Schröder am 09.03.2015 zum Interview eingeladen. Als Graf Hotte war wiederholt Gast der Schule bei der Einschulungsfeier, bei Schulfesten, Aufführungen der Schüler und im Dezember 2014 als Sänger bei der Weihnachtsfeier der Schule. Weiter haben wir verfolgt, was über Hotte in den Zeitungen stand. Er hat sich oft für andere Menschen in Wanne-Eickel eingesetzt. Das fanden wir spannend und wollten mehr über ihn erfahren.

Zeus: Wie sind Sie aufgewachsen?
Hotte: Ich bin 1962 geboren und in Wanne-Eickel aufgewachsen, in die Laurentius-Grundschule und in die Hauptschule Dannekamp gegangen. Ich war oft im Falkenheim und bin viel rausgegangen. Mit 15 Jahren hatte ich meine erste Freundin.

Zeus: Waren Sie ein guter Schüler? Was waren Ihre Lieblingsfächer? Haben Sie in der Schule Musik gemacht?
Hotte: Nein, ich war in der Schule eher Mittelmaß. Lieblingsfach war Geschichte, Chemie war nicht mein Ding. Musik habe ich in der Schule nicht gemacht.

Zeus: Was haben Sie nach der Schule für eine Ausbildung gemacht?
Hotte: Eigentlich wollte ich Maler / Lackierer werden. Ich habe aber nach der Schule eine Ausbildung im Bergbau in Gelsenkirchen gemacht. Dann hatte ich einen schweren Arbeitsunfall und musste den Beruf wechseln. Ich habe dann als Altenpfleger gearbeitet. Wegen Bandscheibenschäden musste ich operiert werden und habe danach bei der Stadtverwaltung in der Wohngeldstelle und bei der Kfz-Zulassungsstelle gearbeitet. Dann meldete sich wieder der Rücken mit Bandscheibenschäden und ich wurde Rentner. Nun hatte ich wieder viel Zeit für Musik.

Zeus: Wie sind Sie zur Musik gekommen? Welche Lieblingssänger hatten Sie früher?
Hotte: Ich habe früher gern gesungen, viel Musik gehört. Anfang der 70er Jahre habe ich bei meiner Oma in Hamburg einen Film über die Rolling Stones gesehen und fand die richtig gut, später auch Deep Purple und Rainbow. Ich bin gern zu Konzerten von Queen, AC/DC und Udo Lindenberg gegangen. Mit 18 wollte ich dann selbst Musik machen. Ein Musikinstrument habe ich leider nicht gelernt. So wurde ich eben Sänger.

Zeus: Welche Art Musik haben Sie dann selbst gemacht?
Hotte: Ich habe in den Gruppen Mainstreet in Wanne, dann TOP 40 Band L.A. Crits, Gangsters of Blues und nun aktuell bei Good Vibration gesungen. Wir haben aktuelle Hits, Oldies, Hard Rock, Heavy Metal gespielt. Mein erster Auftritt war übrigens am Kunsthaus Crange.
Wir hatten früher auch viele Auftritte bei verschiedenen Festen, z.B. im Raum Warendorf. Aber dann kam die Familie und das passte nicht mehr gut zusammen. Als ich dann Rentner wurde, hatte ich wieder mehr Zeit für Musik. Ich hatte Auftritte bei Festen in Kindergärten, Schulen und habe Musik in einer Offenen Ganztagsschule gemacht.

Zeus: Welche Musik machen Sie aktuell?
Hotte: Musik ist nun mein Hobby. Ich muss davon nicht leben. Bei Auftritten hat man immer mit Menschen zu tun, das macht Spaß, z.B. bei Stadtfesten. Ich habe 4 CDs gemacht. Die letzte CD habe ich mit Christmas-Hits eingesungen und sie auf verschiedenen Weihnachtsfeiern für Heimkinder, Obdachlose und beim Wanner Mond-Weihnachtsmarkt am Heimatmuseum vorgestellt. Die Einnahmen werden für Projekte in Wanne-Eickel eingesetzt, wie Schwimmkurse für Kinder bei der DLRG oder Weihnachtsfeiern für Heimkinder. Dabei unterstützen mich die Wanner Mondritter wie bei vielen anderen Veranstaltungen.

Zeus: Wo würden Sie gern einmal auftreten?
Hotte: Das ist mir eigentlich egal. Wichtig ist mir ein schöner Zweck und Sinn. Ich möchte anderen Menschen helfen. Mit Menschen ins Gespräch zu kommen ist sehr schön. Ich hatte immer interessante Erfahrungen und die Menschen sind nett auf uns zugegangen. Ich will mit den Auftritten nichts verdienen, sondern mit den Geldern helfen.

Zeus: Welchen Traum / Wunsch haben Sie noch?
Hotte: Ich möchte gern nach Südengland und mit dem Motorrad die Route 66 in Amerika fahren. Das wird wohl bald klappen. Ich möchte mich mit der Musik des Mittelalters beschäftigen.
Mein Wunsch: Es soll allen in der Stadt gut gehen! Dafür möchte ich weitere Feste planen und weiter im Mondradio arbeiten.

Zeus: Warum nennen Sie sich Graf Hotte und tragen immer einen Zylinder? Werden Sie in der Öffentlichkeit erkannt?
Hotte: Hotte ist der Spitzname für meinen Vornamen Horst. Grafen haben früher Zylinder getragen und diese Zeit interessiert mich, deshalb nenne ich mich Graf Hotte und trage den Zylinder. In Wanne-Eickel, Herne, Gelsenkirchen und Witten erkennt man mich schon. Das ist schon ein gutes Gefühl.

Zeus: Schön, dass Sie bei uns waren. Vielen Dank für das Interview!
Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf der Route 66 und viel Erfolg bei den Festen, Aktionen der Mondritter und Ihrer Musik!

Felix Reinert, Joey Beyer, Marcel Thiemann, Klasse 9 Astrid-Lindgren-Schule, Herne